Mittwoch, 21. Juni 2023

Warum macht Seeluft hungrig?

„Du haust ja mächtig rein, Landratte. Na, kein Wunder: Seeluft macht schließlich hungrig. Und müde – nachher schläfst du bestimmt wie ein Stein…“

Seeluft, das weiß der Volksmund zu berichten, macht hungrig und/oder müde. Und wer schon einmal Urlaub am Meer gemacht hat, der kann das bestätigen – denn wer hat nicht an der Küste besser gegessen und geschlafen als im Alltag?

Was steckt hinter Müdigkeit und Hunger am Meer?

Tatsächlich hat die Seeluft nach Meinung von Experten überhaupt nichts mit Hunger und Müdigkeit zu tun. Ein ganz anderer Faktor ist entscheidend: Im Urlaub am Meer sind wir aktiver. Wir gehen Schwimmen oder unternehmen lange Strandspaziergänge – von der hohen Aktivität, die bei einem Segelurlaub notwendig ist, ganz zu schweigen. Dazu kommen viele ungewohnte Eindrücke, die das Gehirn beschäftigen. Im Hamburger Abendblatt weist der Mediziner Prof. Carsten Strick 2014 zudem darauf hin, dass der kältere Wind ebenfalls zu mehr Bewegung animiert – weil man sich warmhalten will und weil man weniger schwitzt und die Anstrengung daher nicht so sehr wahrnimmt.

Durch die ungewohnt hohe Aktivität ist man dann abends hungriger und müder als zu Hause.

Der Schlaf lohnt sich übrigens: Eine britische Studie aus dem Jahr 2015 weist darauf hin, dass man nach einem Strandspaziergang besser und länger schläft als nach einem vergleichbaren Spaziergang im Landesinneren. Erneut ist hier allerdings nicht die Luft verantwortlich, sondern diesmal die Psychologie – das Urlaubsgefühl, das ein Spaziergang am Meer vermittelt, entspannt und beruhigt. Dazu beruhigt das Meeresrauschen das Gehirn und senkt den Stresspegel.

Was Seeluft wirklich kann

Für die Fans der Seeluft aber kein Grund, enttäuscht zu sein. Denn auch wenn sie nicht müde oder hungrig macht, eins ist unbestritten: Seeluft ist gesund!

Am Meer herrscht sogenanntes Reizklima, das den Körper anregt – und dazu trägt in großem Maße die Luft bei. Denn die ist viel sauberer als im Landesinneren – eine Wohltat für Allergiker und Asthmatiker. Die maritimen Aerosole – also die vom Meerwasser mit Salz, Iod, Magnesium und weiteren Spurenelementen angereicherten Wassertröpfchen in der Luft - wirken schleimlösend auf die Atemwege. Zudem lösen sie auch Hautschuppen ab; in Verbindung mit dem kühlen Wind, der Hautjucken reduziert, sorgt die Seeluft also auch bei Menschen mit Hautproblemen für Entspannung.

Der Urlaub in der frischen Seeluft lohnt sich also auf jeden Fall!   

 

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